Artikel getaggt mit ‘Unterwasser’
Philippinen 2008
Von Ende Januar bis Anfang Februar bin ich dieses Jahr vor dem Winter auf die Philippinen geflüchtet und es hätte deutlich schlimmer kommen können. Im Rückblick kann ich sagen, daß dies bisher einer meiner besten (Tauch) Urlaube bisher war. Die Philippinen sind als Reiseland auch für Nichttaucher sehr zu empfehlen und für Taucher ist es fast wie im Paradies. Neben sehr freundlichen Menschen und extrem moderaten Preisen sind die Unterwasserwelten größtenteils noch in Ordnung und laden zu Wiederholungstaten ein.
Speziell aus Anlaß dieses Urlaubes habe ich mir eine kleine kompakte Unterwasserkamera geleistet und einige Fotos geschossen. Zusammen mit einem kurzen Reisebericht könnt ihr diese Bilder hier einsehen:
http://jan.tei.ch/gallery/main.php?g2_itemId=1777
Ich erlaube mir mal den Text von dort mehr oder weniger identisch hier zu übernehmen:
Beginnen wir mit einem Fazit: Die Philippinen sind als Reiseland uneingeschränkt zu empfehlen. Für mitteleuropäische Verhältnisse fallen einem neben den wirklich sehr tiefen Preisen und angenehmen Temperaturen an Land und im Wasser insbesondere auch die überaus freundlichen Menschen auf. Alle sind sehr höflich, grüßen, lachen, freuen sich einen zu sehen, die Kinder rennen hinterher und wollen einen auch mal anfassen etc. Und niemand will einem ans Geld, niemand bettelt, niemand stiehlt, will höhere Preise von Ausländern etc. Und alle sprechen Englisch so dass man auch in den entlegensten Teilen zurecht kommt. So habe ich dort auch viele Individualtouristen getroffen die mit Monatsbudgets von deutlich unter EUR 500,- über die Runden kommen und dabei keineswegs sparsam sind. Touristisch erschlossen ist dort relativ wenig bis gar nichts und auch das empfindet man als sehr positiv. Gelegentlich war ich der einzige Weiße weit und breit, z.B. bei einer Fährüberfahrt bei sehr hoher See oder bei Ausflügen auf die verschiedenen Inseln.
Zum Großteil habe ich meine Zeit am und unter Wasser verbracht. Gebucht hatte ich eine Tauchreise bei Sea-Explorers die Übernachtungen mit Frühstück auf drei verschiedenen Inseln, Transfers und ein Paket mit 24 Tauchgängen enthielt. Die Tauchgänge haben zwar nicht ganz gereicht, die gebuchte Reise bildete aber eine gute Basis, insbesondere da ich diese erst 5 Tage vor Abflug gebucht hatte und zuvor noch nie in Süd-Ostasien war. Bei der Buchung und Organisation gab es leider einige Probleme mit bis heute noch immer fehlenden Reiseunterlagen, falschen Reiseangaben oder bei den Transfers – aber im Großen und Ganzen lasse ich mir dadurch den positiven Gesamteindruck nicht vermiesen
. Sehr schade ist, das Sea-Explorers damit wirbt den Transfer zwischen den Inseln während eines Tauchausfluges abzuwickeln dies aber zumindest bei mir und ganz offenbar bei vielen anderen auch seit Jahren nicht funktioniert. Ich habe hier einige Reisende aber auch Angestellte getroffen, die in diesem Punkte sehr unzufrieden waren. Trotzdem sehe ich eine solche “Rundreise” gerade für tauchende Philippinen-Anfänger als sehr gute Gelegenheit mit möglichst wenig eigener Planung möglichst viel zu sehen. Auch die Tauchtripps waren sehr gut geeignet das Land und abgelegenen Inseln kennen zu lernen die man als normaler Tourist sicher nicht besucht hätte. Hervorheben möchte ich hier insbesondere Calangaman Island welches auch für Nichttaucher ein Malediven Gefühl vermittelt. Für Taucher unbedingt zu empfehlen ist Gato Island, hier habe ich den bis heute wahrscheinlich beeindruckendsten Tauchgang meines bisher kurzen Lebens unternommen. Höhlen, unzählige Haie, Seeschlangen, die auf den Philippinen obligatorischen Nacktschnecken – einfach alles und das in ausreichender Anzahl. Das im Vorfeld viel beworbene APO Island entpuppte sich dagegen als reines Korallenparadies mit vergleichsweise wenig Leben unter Wasser.
Von den von mir während der Reise bewohnten Inseln sind Malapascua und Cabilao insofern herauszuheben, als das diese sehr klein und so gut wie nicht erschlossen ist (Cabilao sogar nochmals deutlich weniger). Die wenigen Touristen beschränken sich auf wenige sehr übersichtliche Ressorts die mehr oder weniger ausschließlich von Tauchern bewohnt werden. Bei (Fuß) Touren über die Inseln kann man somit sicher sein, nur Einheimischen zu begegnen und ein realistisches Bild der Lebensbedingungen vorzufinden. Cabilao kann zudem einen kleinen Binnensee mit einem hübschen Steg und Bambusshäusschen über dem Wasser bieten. Im Gegensatz dazu war die dritte Station in Dumai gleich neben der drittgrößten philippinischen Stadt Dumaguette auf der sehr großen Inseln Negros ein eher belebter Ort der für philippinische Verhältnisse touristisch schon weit erschlossen war. Auch das Pura Vida Hotel war deutlich mehr auf Touristen eingestellt und es gab sogar einen Frischwasserpool und zum Nachtisch Eis. Auf Malapascua und Cabilao gab es dagegen schon mal Probleme beim Strom oder mit der Frischwasserversorgung welche aber keineswegs als störend empfunden wurden.
An- und Abflug erfolgten via Cebu City, der zweitgrößten philippinischen Stadt. Hier habe ich bis auf ein größeres Einkaufszentrum und den Flughafen nicht viel gesehen. Im Gegensatz zum Rest des Landes gibt es hier aber einige Autos. Ansonsten sieht man nur Mopeds, Tricycles, die typischen Kleinbuse die überall halten und gelegentlich mal einen großen Linienbus. Der Flug erfolgte mit Quatar Airways so daß jeweils ein Zwischenstopp in Doha eingelegt wurde. Dieser war auf dem Hinflug mit etwas über einer Stunde eher eine gute Gelegenheit sich die Beine zu vertreten, auf dem Rückflug mit ca. 7h dafür schon deutlich zu spüren. Die reinen Flugzeiten lagen beim Hinflug von West nach Ost bei ca. 15h, auf dem Rückweg bei etwas über 17h.
Noch kurzfristiger wie die Entscheidung für die Reise habe ich mich für den Erwerb einer neuen Kamera mit passendem Unterwassergehäuse entschieden. Leider ist für meine geliebte Panasonic FZ30 kein brauchbares Gehäuse verfügbar und zudem ist diese auf Grund der Abmessungen für jemanden der in das Thema Unterwasserfotografie erstmal nur hineinschnuppern für den Anfang eher hinderlich. Die Wahl fiel dann vor allem aus Gründen der Verfügbarkeit auf eine Casio Exilim Z1200 mit einigen ganz spannenden technischen Features. Ausgeschieden sind eine eigentlich schon fast gekaufte Olympus mju die für Amateur Unterwasserfotografie durchaus empfohlen wird aber auf Grund des strikten Festhaltens an einem exotischen Speicherkartenformates wahrscheinlich bald aussterben wird. Eine ebenfalls schon bestellte hochpreisigere spezielle Unterwasserkamera von Sea&Sea habe ich dann glücklicherweise noch stornieren können, was sich im Nachhinein nach verschiedenen Gesprächen mit mehreren (teilweise ehemaligen) unzufriedenen Besitzern dieses Modelles als Glücksgriff herausgestellt hat. Die Casio hat gute Dienste verrichtet und ich war bereit die ersten Unterwassererfahrungen im Fotobereich zu sammeln. Die mit der Kamera erworbene 4GB Speicherkarte war dann auch nach 3 Tagen rappelvoll, so daß ich mich sehr geärgert habe nicht gleich die ebenfalls verfügbare 16GB Karte mitgenommen zu haben. Der Grund dafür erschließt sich mir bis heute nicht und das größte Problem war auf den Philippinen eine neue Karten zu bekommen. Dort sind Karten >512MB offenbar Mangelware und Karten im GB Bereich so gut wie unbekannt so daß ich erst nach langem Suchen in einem sehr großen Einkaufszentrum in Cebu City eine Noname Karte zu einem noch akzeptablen Preis erwerben konnte. Die angeblich in Asien verfügbaren preiswerten technischen Geräte neuester Generation habe ich dort vergeblich gesucht. Dies hat sich auch auf dem Zwischenstopp in Doha gezeigt, wo im dort befindlichen recht großen Duty Free Bereich nicht gerade die allerneueste Technik glänzte und auch die Preise eher im oberen Bereich anzusiedeln waren.
Für Taucher selbst bieten sich auf den Philippinen sehr gute Bedingungen. Neben den bereits erwähnten recht spärlichen Touristen gibt es (noch) vergleichsweise viel Leben unter Wasser. Zumindest öffentlichkeitswirksam werden an vielen Stellen Schutzgebiete errichtet und Fischverbote verhängt. Dafür zahlt man dann als Taucher teilweise heftige Gebühren und muss dann doch leider feststellen, daß die Verbote nicht selten umgangen werden. Neben den sichtbaren Folgen in den Riffen ist man gelegentlich auch Ohrenzeuge von Explosionen der Dynamitfischerei die anfangs bei mir die Befürchtung eines geplatzten Stahltanks auslösten.
Vom Tauchen her hat es mir persönlich auf Malapascua am besten gefallen. Grund waren vor allem die sehr abwechslunsgreichen Tauchgebiete und Tagestrips zu verschiedenen Inseln. Von Mantas über Fuchshaie, Kleinfisch, Nacktschnecken, Korallen etc. wird dort alles geboten. Nochmals dringend empfehlen möchte ich Gato Island, hier sollte man unbedingt mindestens einen Ausflug einplanen. Die zweite Station Cabilao Island ist dagegen als eher ruhiger Tauchplatz zu bezeichnen. Nahezu alle von mir unternommen Tauchgänge fanden an der in unmittelbarer Nähe rund um die Insel verlaufende Steilwand statt so daß die Tauchplätze sich auch optisch sehr ähnelten. In sehr großer Anzahl sind hier Nackschnecken zu beobachten. Auch eines der bekannten Zwergseepferdchen war zugegen und mir ist leider nur ein gerade noch akzeptables Foto gelungen. Die dritte Station Dumai weckte im Vorfeld vor allem Erwartungen wegen dem nahe gelegenem Apo Island. Dieses ist seit mehr als 20 Jahren Schutzgebiet und ist angeblich bei Tauchern sehr beliebt. Ich persönlich war nicht sooo sehr begeistert finde aber man kann dort mal einen Tauchgang in seinem Leben gemacht haben, bei mir waren es auf dem Tagestrip gleich Drei. Zumindest habe ich endlich mal eine Schildkröte unter Wasser gesehen, das war seit längerem ein wichtiger persönlicher Wunsch meinerseits. Die vor Dumai ausgewiesenen Schutzgebiete waren mit hohen Gebühren belegt und vom Leben unter Wasser eher enttäuschend. Sehr spannend war ein Tauchgang im Hafen der sowohl über als auch unter Wasser sehr verschmutzt ist. Dennoch gab es dort unter Wasser überdurchschnittlich viel Leben: viele Anglerfische, Muränen, Seepferdchen, Nacktschnecken…
Und hier noch ein paar – zugegebenermaßen – nicht ganz so gute Videos:
http://jan.tei.ch/gallery/main.php?g2_itemId=1565
Die sollen vor allem der tauchunkundigen Bekanntschaft einen Eindruck vom Leben da unten vermitteln. Manta und Fuchshai dürften aber auch für Euch interessant sein. Überwasserbilder gibt es für Interessierte noch im Album Weltweit (auf der ersten/obersten Seite).
Noch ein Hinweis bzw. vielmehr Bitte: Man kann die Bilder auch bewerten und kommentieren! Ich bin absolut nicht böse über konstruktives Feedback, schließlich will ich mich noch weiterentwickeln
. Und wenn jemand noch Namen bzw. meine (wenigen) Bildbeschreibungen korrigieren oder ergänzen möchte, möge er sich bitte keinen Zwang antun und die Kommentarfunktion benutzen oder für immer schweigen.
Gerne stehe ich für Fragen und Diskussionen zur Verfügung. Bei Interesse kann ich auch mal was zum Thema Unterwasserfotografie schreiben, aber eigentlich bin ich da auch (noch) Anfänger
.